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Krisenintervention und Krankheitsverarbeitung

Alterserscheinungen, gesundheitliche Beschwerden und die Diagnose einer schweren Erkrankung können unser Leben überraschend vor große Veränderungen und Herausforderungen stellen.

Oft ergeben sowohl die Veränderungen des Gesundheitszustands als auch die Etappen der medizinischen Behandlung Situationen, die so noch nie durchlebt wurden.

Als Patienten müssen wir uns immer wieder neu orientieren und Möglichkeiten finden, mit den veränderten Bedingungen zurechtzukommen.

 

Neben den körperlichen Problemen ergeben sich meist auch seelische Folgen: Bei vielen Betroffenen - aber auch ihren Angehörigen - lösen gesundheitliche Krisensituationen Gefühle von Hilflosigkeit, Niedergeschlagenheit und Angst aus. Die Symptome psychischer Belastung können sich aber auch körperlich zeigen, z.B. durch anhaltende Schlaflosigkeit, mangelnden Appetit oder fortwährendes Grübeln.

 

Das vorrangige Ziel einer psychologischen Hilfe sollte in dieser Zeit die Herstellung einer optimalen Lebensqualität sein. Achten Sie besonders in Krisen und Zeiten der Krankheit (sowohl als Betroffener als auch als Angehöriger) darauf, sich seelisch und emotional zu stabilisieren, krankheitsbedingten Stress abzubauen und Ihre sozialen, psychischen und Selbstheilungs-Ressourcen zu aktivieren und zu stärken.

Trauer

Wenn ein Mensch, den Du liebst, durch eine Krankheit oder einen Unfall stirbt, reißt das eine Lücke in Dein Leben, die unbeschreiblich scheint und kaum in Worte zu fassen ist.
Doch obwohl dieser Mensch so schmerzhaft abwesend ist, ist er im Alltag zugleich auch allzu präsent: im fehlenden vertrauten Gespräch, den plötzlich sinnlos gewordenen gemeinsamen Ritualen, in Fotos oder seinem Lieblingslied.
Neben der emotionalen Belastung der eigenen Trauer (des Schmerzes oder der Leere) gibt es für die engsten Vertrauten auch organisatorische Pflichten zu erfüllen und zeitgleich den Wunsch, anderen Trauernden tröstend beizustehen. Für Familienangehörige stellt die fehlende praktische und finanzielle Unterstützung durch den Verstorbenen eine häufig unüberwindbar erscheinende Aufgaben dar.
Mein Tipp: Nimm Dir hin und wieder ganz bewusst eine Auszeit vom Funktionieren. Trauere, fühle einfach. Wenn es nicht einen ganzen Tag lang geht, dann geht es vielleicht jeden Tag eine halbe Stunde. Schaffe Dir - wenn nötig mit professioneller Hilfe -  einen geschützten Rahmen für die heilsame Konfrontation mit Deinen Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen. Habe Vertrauen in Deinen ganz persönlichen Trauerprozess.

Wie man mentalen Stress lindert

Philosophische Praxis Benjamin Dittrich

Wir alle befinden es uns hin und wieder in Situationen, in denen es uns schwer fällt, unsere Gedanken zu beruhigen. Wenn wir emotional aufgewühlt oder voller Sorge sind und einen kühlen Kopf am nötigsten hätten, fällt es uns in der Regel am schwersten, die Kontrolle über unseren Verstand zurück zu gewinnen und "cool" zu bleiben.

 

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Viel Glück?

Es wird ein seltsamer Kult um das Thema "Glück" betrieben. Endlose Bücher versuchen uns davon zu überzeugen, dass dauerhaftes Glücklichsein das Endziel allen menschlichen Strebens ist oder sein sollte.

In gewisser Weise mag dies sogar richtig sein. Doch die Art von Glück, die viele dieser Bücher beschreiben, ist keine Form von dauerhaftem Frieden in und mit sich selbst, sondern ein Zustand positiver Aufregung, ein nur vorübergehendes Hochgefühl.

 

Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen der Art von Glück, die man erlebt, wenn das Leben zufällig das liefert, was man sich unter Glück vorstellt oder "haben will" und einem so Grund für beste Laune beschert, und der Art von Glück, die jemand erlebt, der in sich ruht und den unvermeidlichen Aufs und Abs des Lebens mit positiver Gelassenheit und Gleichmut begegnen kann.

Letztere Art des Glücks muss aus dem Innersten heraus entwickelt werden und kann paradoxerweise nicht durch irgendein Streben erreicht werden, sondern nur durch ein Loslassen. Es ist weniger ein Gefühl der Erregung, als vielmehr ein Erkennen und Annehmen der Fülle (und Vollkommenheit) eines jeden Moments.

 

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Warum uns Geld so unglaublich glücklich macht

Eine der ersten Fragen vieler Therapeuten an ihre Patienten lautet: "Was wollen Sie in der Therapie erreichen?"

 

Viele Patienten antworten daraufhin: "Ich will einfach nur glücklich sein."

 

Durch ihre Direktheit und innere Klarheit trifft diese Antwort den Kern der Dinge. Ja, wir alle wollen glücklich sein.

 

Was macht Menschen glücklich?

 

Der so einfach erscheinende Wunsch glücklich zu sein ist die Wurzel komplexer Fragestellungen, derer sich viele der größten Geister der Menschheitsgeschichte angenommen haben.

 

Hier sind einige ihrer Antworten in Kurzform:

 

 

Buddha: Glück ist die Folge achtsamer Gedanken und Handlungen.

 

Sokrates: Glück resultiert aus der vernünftigen Beherrschung seiner Leidenschaften und der Harmonie der unterschiedlichen Seelenteile.

 

Aristoteles: Das Glück hängt von uns selbst ab. Es ist die Folge der Verwirklichung dessen, was uns als Menschen auszeichnet - unserer Vernunft.

 

Epikur: Das Glück liegt in den kleinen Dingen. Um es zu erringen ist es notwendig, sich unnötiger Bedürfnisse und Schmerzen zu enthalten, um so Seelenruhe zu finden.

 

Seneca: Glücklich ist, wer tugendhaft (pflichtbewusst) ist und sich nicht von seiner Lust leiten läßt.

 

 

 

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Was ist eigentlich . . . Achtsamkeit?

Achtsamkeit ist eine Geisteshaltung, in der man seine Aufmerksamkeit bewusst völlig auf den gegenwärtigen Moment richtet und diesen urteilsfrei akzeptiert.

 

Obwohl der Begriff "Achtsamkeit" vorrangig durch die wachsende Popularität des Buddhismus Einzug in das westliche Bewusstsein gehalten hat, wird sie seit mehr als 2300 Jahren auch von philosophischen Traditionen des Westens praktiziert und überliefert, und kann insgesamt auf eine Wirkungsgeschichte von mehr als 2500 Jahren zurückblicken.

 

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Achtsamkeit in vielen Fällen eine positive Wirkung auf den körperlichen und seelischen Zustand von Menschen hat und messbare positive Auswirkungen auf das Gehirn nachweisbar sind. Sie stärkt die emotionale Intelligenz sowie die Fähigkeit seine Emotionen zu regulieren und verbessert sowohl die persönliche Leistungsfähigkeit als auch zwischenmenschliche Beziehungen. Aufgrund dieser Wirkungen spielt Achtsamkeit eine immer größere Rolle in Erziehung, Arbeitswelt und Medizin.

 

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Was ist eigentlich . . . Philosophische Praxis?

Philosophische Praxis ist eine Form angewandter Philosophie mit vorwiegend praktischer Ausrichtung. Ihr Ziel ist es, in einer immer komplexer werdenden Welt flexible und praktikable Möglichkeiten aufzuzeigen, ein nachhaltiges und sinnvolles Leben führen zu können, und auf diese Weise (nicht nur) psychischen Erkrankungen vorzubeugen, sie zu heilen oder die Heilung zu unterstützen. Dies geschieht in der Regel durch Gespräche mit dem Klienten, die eine philosophische Reflexion ermöglichen und sinnvolle Erkenntnisse und Methoden vermitteln sollen.

 

Da die grundlegenden Probleme der menschlichen Existenz sich in den vergangenen 3000 Jahren kaum verändert haben, können Philosophie und Theologien auf eine ebenso lange Erfahrung in der Erforschung von Mensch, Welt und Transzendentem zurück blicken. In ihnen liegen die Anfänge von Lebensberatung, Seelsorge und moderner Psychotherapie.

 

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